"Sexy and Cool" -
2 Berufsschulklassen besuchen Kunstausstellung in Tübingen

Alle sind gespannt auf die erste Ausstellung der neuen Museumsdirektorin in der frisch sanierten und vor kurzem wiedereröffneten Tübinger Kunsthalle. Die Vorschusslorbeeren für Nicole Fritz kommen nicht von ungefähr: Unter ihrer Leitung wurde das erst 2013 eröffnete Kunstmuseum Ravensburg bereits 2015 als "Museum des Jahres" ausgezeichnet.

Unter dem leicht reißerischen Titel "Sexy and Cool. Minimal goes emotional" nimmt die Ausstellung der Kunsthalle Tübingen "das Nachleben der Minimal Art in der Gegenwart in den Blick". Zu sehen sind rund 60 Werke von über 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sich "formal und konzeptuell auf die Ansätze der Minimal Art beziehen, ihre Werke jedoch um eine eigene emotionale Ebene erweitern," sagt Nicole Fritz.

 
"Unübersehbar"

Gleich nach dem Eingang im Oberlichtsaal ein unübersehbarer 13 Meter langer Blickfang: Mariella Mosers eigens für diese Ausstellung geschaffenes Werk, das wie ein langer Teppich aussieht, aber mit ganz akkuraten Mustern aus reinem anthrazitfarbenen Carbidsand gefertigt ist, steht im Dialog mit den Wandbildern von Ruth Root und Beate Terfloths "Neonkreis I". Ein beeindruckendes Setting.




"Glubschige Hände"

Sylvie Fleury spielt im nächsten Raum mit den statisch wirkenden, geometrischen Strukturen ihrer Vorgänger, indem sie rundliche goldene Formen dazwischenlegt, die wie glubschig hervorquellende Hände in einem Regal aussehen. Zudem kann sich der Betrachter in den zahlreichen Wandspiegeln des Werkes selbst sehen und so in den Dialog damit treten. Das Kunstwerk "Eternal Wow on Shelves" aus dem Jahr 2008 löst spielerischen Spaß und Begeisterung bei den jgs-Berufsschülern aus. Witzig, ironisch oder klasse, sagen manche.





"Reines Konfetti"

Und auch im hinteren Raum stehen Heike Webers "Cubes" an den Wänden mit den drei formgleichen, aus reinem Konfetti in unterschiedlichen Farben gestalteten Objekten von Lara Favaretto in einer spannenden Wechselwirkung zueinander, die sich - je nach Standort des Betrachters - leicht wandelt oder auch ganz neu entfaltet.
 

"Neue Blüten treiben"

Nicole Fritz sagt zur Konzeption der Ausstellung: "Indem die Gegenwartskünstler die elementaren Formen der Minimal Art auf außerkünstlerische Bereiche erweitern und gleichsam wieder mit der Welt verbinden, wird eine historische Stilgattung des 20. Jahrhunderts aktualisiert und kann - im wahrsten Sinne des Wortes - zeitgemäße neue Blüten treiben." Genauso isses. Den Berufsschülern hat's gefallen und einer bringt es auf den Punkt: "Eigentlich stehe ich eher auf die alten Meister, aber wenn sie so gekonnt präsentiert wird, hat auch die moderne Kunst ihren Reiz."

Die Ausstellung ist noch bis 1. Juli geöffnet. Der Eintritt für Schüler bis 18 ist frei.
 
 
Text: A. Tennigkeit
Bilder: W. Aust / M. Rommerskirchen