“Das Bild hat etwas Magisches an sich ” – Gedanken von Mary-Lou Dürscheidt

Auf einer jgs-Exkursion ins Stuttgarter Kunstmuseum hat Mary-Lou Dürscheidt, Fotografen-Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr, im Foyer über der Treppe, die ins 1. Stockwerk führt, ein eindrucksvolles Exponat entdeckt, das sie begeistert hat. Hier erzählt sie uns, was sie daran fasziniert:

Was auf dem Bild zu sehen ist?

Zu sehen ist ein quadratisches Schwarz-weiß-Bild, der Hintergrund ist schwarz. Wenige vereinzelte weiße Punkte sind jedoch zu sehen, ein bisschen größer, manche auch ein bisschen kleiner. Teilweise sind weiße „Kratzer“ zu erkennen, als wäre ein Klebestreifen auf dem Bild geklebt, den man abgezogen und die Farbe sich dabei mitgelöst hätte.

In der Mitte ist eine Frau, sie neigt ihren Kopf in den Nacken, so dass man ihr Gesicht nicht erkennen kann. Was man von ihr sieht, ist nur ihr Oberkörper bis ungefähr unterhalb ihrer Oberweite. Ihre Arme lässt sie locker hängen. Sie hat nichts an, außer einem Tuch, so als wäre sie eben aus der Dusche gekommen. Ihre Schultern sind also frei so wie ihr Dekolleté. Der Fokus liegt somit auf dieser Frau, die vor dem schwarzen Hintergrund mit ihrer weißen Hautfarbe prägnant hervorsticht.

Was löst das Bild bei mir aus?

Dieses Bild ist voller Emotionen. Es wirkt eher düster, die kleinen und großen weiße Punkte sowie die leuchtend weiße Farbe der Frau geben dem Foto allerdings eine gewisse „Hoffnung“. Die Frau wirkt durch ihren zurückgeneigten Kopf als würde sie in sich gehen und ihren Emotionen freien Lauf lassen. Ich könnte nicht genau deuten, ob die Frau voller Liebe oder voller Wehmut ist. Aber durch ihre Haltung vermittelt sie einem ein gewisses Gefühl völliger Ruhe. Ja, ich finde dieses Bild wirkt sogar sehr beruhigend, als würde sie ihre ganzen Gefühlen, die sie in sich „trägt“, versuchen loszulassen.

Eine gewisse Schwerelosigkeit ist für mich darin auch zu erkennen. Man könnte meinen, dass sie schwebend über dem Boden sich genüsslich zurücklehnt und ihre völlige Gelassenheit der Welt übermitteln möchte.

Ich finde, dieses Bild hat etwas Magisches an sich. Es vermittelt ein bisschen was von der Unendlichkeit. Die weißen Farbtupfer auf dem Bild erscheinen mir sehr wichtig, denn ohne die würde etwas fehlen. Sie wirken wie eine kleine „Umrahmung“ und kleine Hoffnungsfunken um die sich los lassende Frau.

Foto und Text: Mary-Lou Dürscheidt

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