“Extrem wild und unordentlich, aber es hat das gewisse Etwas” – Gedanken von Melanie Boger

Auf einer jgs-Exkursion ins Stuttgarter Kunstmuseum hat Melanie Boger, Fotografen-Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr, ein eindrucksvolles Exponat entdeckt, das sie begeistert hat. Hier erzählt sie uns, was sie daran fasziniert:

Was ist in dem Kunstwerk zu sehen?

Das Kunstwerk scheint sich über eine ganze Wand zu ziehen, es wirkt sehr groß. Es sieht aus, als wäre es auf eine riesige Leinwand mit Acryl- oder Ölfarben gemalt worden. Alle möglichen Farben. Das Bild ist sehr bunt. Es wurden deckende Farben verwendet, viele Naturtöne, aber auch hell- und dunkelblau. Die Farben vermischen sich, aber es gibt keine Farbverläufe. Dafür ein regelmäßiges Muster. Senkrechte, wellige Linien erstrecken sich über das gesamte Bild.

Wie interpretiere ich das Kunstwerk?

Die welligen Linien scheinen sich von unten nach oben über das Bild zu ziehen und erinnern sehr stark an Pflanzen. Es sind ähnliche Formen wie Blätter und Stängel von Blumen zu erkennen. Alles in allem wirkt das Bild extrem wild und unordentlich. Durch die vielen verschiedenen Farben hat es doch das gewisse Etwas, es wirkt trotzdem harmonisch.

Mich erinnert dieses Kunstwerk sehr an die Natur, da viele Naturtöne verwendet wurden, wie zum Beispiel rot, braun und gelb/orange und natürlich grün. Ein paar blaue Flecken hier und da lässt das Bild abstrakt erscheinen. Ich finde, man könnte sich in dem Kunstwerk verlieren, wenn man es zu lange anschaut.

Je länger man es betrachtet, desto mehr Details wird man darin finden. Somit wird man sich nie an diesem Bild sattsehen können. Das großformatige Gemälde erinnert an einen Urwald, eine unberührte Natur.

Ich finde das Kunstwerk äußerst gelungen und es spricht den Betrachter auch auf einer emotionalen Ebene an. In der Ausstellung im Kunstmuseum mitten in Stuttgart erinnert dieses Bild an unberührte Wälder.

Gerade in diesen Zeiten sollte sich jeder Einzelne über unsere Natur und Umwelt Gedanken machen. Wie gehen wir damit um? Wie können wir sie – in ihrer Ursprungsform – erhalten? Das Kunstwerk ist für mich viel mehr als nur wilde Farben. Ich assoziiere mit dem Bild, mit den Farben und Formen die Schönheit unseres Urwaldes und unserer Umwelt.

Und es erweckt Angst in mir, dass in Jahrzehnten die Betrachter des Bildes dies nicht mehr darin erkennen können, weil unsere Wälder immer weiter zerstört werden. Vielleicht ist es zu viel hineininterpretiert, aber das sind meine ehrlichen Gedanken und Gefühle zu diesem schönen Kunstwerk.

Foto und Text: Melanie Boger

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