Exkursion der Industriemeister und Techniker

Gemeinsam mit dem Fachlehrer Herr Eitle haben sich die Medienfachwirte, Industriemeister und Techniker am 8.2.2019 in das rund 50 km entfernt gelegene Dettingen an der Erms begeben, um dort zwei namhafte Unternehmen aus unserer Branche zu besichtigen.

Empfangen von Herr Armin Keller im Showroom der Gebr. KNAUER GmbH + Co. KG konnte hier schon eine Vielfalt an im Offset bedruckte und inline-kaschierte Verpackungslösungen betrachtet werden. Bei der Besichtigung des Betriebs wurden von der Verpackungsentwicklung über Druckvorstufe und Plattenbelichtung bis hin zur industriellen Fertigung und Weiterverarbeitung sehr viele detaillierte Eindrücke über den Ablauf vom Entwurf bis zur fertigen Verpackung gewonnen.

Im Fokus steht hier eine mächtige Wellpappenanlage, welche direkt von der Papierrolle die benötigte Wellpappe herstellt und diese nahtlos in der Kaschiermaschine mit den Offsetdruckbögen (für hochwertige Verpackungen im 120er Raster bedruckt!) vereint. Bei KNAUER wird alles am Standort inhouse gefertigt, lediglich die komplexen Stanz- und Rillformen werden nach Vorgabe extern bezogen. Mit 300 Millionen jährlich produzierten Verpackungen besitzt das vor 85 Jahren gegründete, moderne Unternehmen über eine ausgereifte Maschinenvernetzung und Lagerlogistik. Doch auch wo gehobelt wird fallen Späne: die trotz optimierter Produktion täglich anfallenden 25 Tonnen Altpapier werden zeitnah recycelt.

Im Anschluss wurde die Firma AHLSTROM-MUNKSJÖ Dettingen GmbH, einer der weltgrößten Dekorpapierhersteller, besucht. Die „Papierfabrik zum Bruderhaus“ wurde bereits Ende des 18ten Jahrunderts durch den Pfarrer Gustav Werner direkt an der Erms gegründet, mittlerweile produzieren hier 2 moderne Papiermaschinen (PM31, PM34) schwerpunktmäßig rund um die Uhr in 5 Schichten sowohl Dekorpapiere und Vorimprägnate für die Möbelindustrie als auch Dünndruckpapiere für die Pharmaindustrie.

Eingesetzt wird – für die Papierherstellung unüblich – Titandioxid zur Färbung. Nicht nur die Größe der Maschinen und der Herstellungsprozess sind sehr beeindruckend, auch sind dies das eigene Prüflabor und die Steuerzentrale in der durch Hochleistungskameras Fehlererkennungen im Papier stattfinden. So lassen sich beispielsweise bei periodischen Fehlern gezielt Muster feststellen, ob diese durch ein maschinelles Teil verursacht wurden. Genauso lassen sich Fehlerpositionen millimetergenau auf der Papierrolle zurückverfolgen. Neben einer eigenen Anbindung an den Schienenverkehr, über den täglich drei mal 68 Tonnen Eukalyptus-Zellstoff angeliefert werden, verfügt der Standort über ein eigenes Kraftwerk und eine eigene Kläranlage.

https://www.knauer-verpackung.de
https://www.ahlstrom-munksjo.com

Betreuender Lehrer | Fotos und Text | Karl-Heinz Eitle

Showroom der Firma KNAUER mit unterschiedlichen Verpackungslösungen

Rapida145 Offsetdruckmaschine

AHLSTROM-MUNKSJÖ Dettingen Firmengebäude

Schienenverkehranbindung: Zellstoffballen werden mit dem Zug direkt angeliefert

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