jgs-Teilnehmer bei Druck-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi

 

jgs-Teilnehmer bei Druck-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi

Sie sind vor kurzem mit einem hervorragenden vierten Platz von den sogenannten „Worldskills 2017“, den Berufsweltmeisterschaften, aus Abu Dhabi zurückgekommen. Wie kam es dazu, dass Sie Deutschland vertreten haben?

Im November 2016 fand die Deutsche Meisterschaft im Print Media Center der Heidelberger Druckmaschinen AG statt. Mein Lehrer, Josef Schmid von der Berufsschule I in Kempten, meldete mich dazu an, nachdem ich in der Abschlussprüfung die benötigten Noten erreicht hatte. Während des Wettbewerbs musste ich mich dann gegen andere Teilnehmer aus Deutschland durchsetzen.
Die Aufgaben der Deutschen Meisterschaft waren vielfältig. Man sollte einen Auftrag auf einer SX 52_5+L ohne Auftragsdaten (Farbdaten, Voreinstellungen usw.) drucken und eine Sonderfarbe aus den vier Grundfarben anmischen und dazu ein Farbrezept für 1kg Farbe erstellen. Die angemischte Sonderfarbe wurde auf einer Maschine mit mechanischen Zonen angedruckt. Ziel war es, den besten Delta E-Wert zu erzielen.
Die Aufgaben wurden nach bestimmten Kriterien bewertet und ich wurde als Sieger ermittelt.

In welchen „Disziplinen“ mussten Sie Ihr Können unter Beweis stellen?

Der Wettbewerb „Skill 11 Drucktechnik“, in dem ich in Abu Dhabi angetreten bin, umfasst nicht nur das Druckprodukt zu Drucken. Insgesamt hatte ich folgendes zu erledigen:
Aufträge drucken an einer SM 52-4
Digitaldruck an einer Versafire
Schneiden der Druckprodukte
Farbe mischen (den bestmöglichen Delta E-Wert erreichen zur vorgegeben Farbe)
Angemischte Farben andrucken
Maintenance (Wartung an der Maschine: Aufzugshöhen verändern, Gummituch einbauen, Farbwalzen einbauen und Justieren
Drucksimulator am Computer mit Shots/Sinapse

Wie war die Atmosphäre? Ist Ihnen ein bestimmtes Erlebnis besonders in Erinnerung geblieben?

Es war ein unbeschreiblich tolles Erlebnis. Diese Eindrücke und Erfahrungen werde ich niemals vergessen! Ich denke, die Eröffnungsfeier, bei der jedes Land mit Ansage eingelaufen ist, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Aber auch die Übergabe der Medaillen war mit sehr vielen Emotionen verbunden, da man bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, ob man einen Platz auf dem Treppchen erreicht hat oder eben nicht.
Sie haben sich dem internationalen Vergleich gestellt und Drucker aus der ganzen Welt kennengelernt. Unterscheiden sich die Herangehensweisen und Arbeitsstrategien von Land zu Land?

Jedes Land hat seine eigene Strategie und Herangehensweise, sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. Ich gehe davon aus, dass es darauf ankommt, wie wichtig der Wettbewerb für jedes einzelne Land ist und wie viel Aufwand man betreibt, um den Teilnehmer bestmöglich vorzubereiten.
In Bezug auf die Vorbereitungszeit gab es eine sehr große Spanne, von drei Wochen bis zu einem Jahr Training. Die Vorbereitung mancher Länder war so intensiv, dass sie sich mit allen Aufgaben perfekt auskannten.
Ich hatte die Möglichkeit durch meinen Sponsor Heidelberger Druckmaschinen AG, drei Intensiv Trainings Wochen mit den Instrukteuren von Heidelberg zu haben. In den Trainingseinheiten wurden mir die Felder vermittelt, in denen ich zu dem Zeitpunkt noch keine Erfahrung hatte, zum Beispiel der Digitaldruck an der Versafire.

Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Gerade bin ich dabei, den Techniker für Druck und Medientechnik an der jgs zu machen. Da ich den Umgang mit Druckmaschinen sehr gern habe, würde ich nach meiner Techniker-Ausbildung gerne in Richtung Instrukteur gehen. Im Moment fällt es mir aber schwer, mich in Bezug auf meine berufliche Tätigkeit in der Zukunft genau festzulegen, zunächst einmal bin ich offen für alles.

Interview: Knödler
Fotos: Medallie of Excellence (Florian Kraus), Teamfotos, Gewinnerfoto der deutschen Meisterschaft, Trainer/Teilnehmer (Heidelberger Druckmaschinen AG), Fotos vom Wettbewerb (World Skills Germany)

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