Demokratie lernen, Demokratie leben – eine Exkursion in den Landtag Baden-Württemberg

Am 20. November besuchten die Klassen 2MT2 und 2MK1 der Johannes-Gutenberg-Schule im Rahmen des schulischen Besucherprogramms den Landtag Baden-Württemberg in Stuttgart. Die Schülerinnen und Schüler erhielten für zwei Stunden einen lebendigen Einblick in die politischen Prozesse des Landes. Organisiert wurde die Exkursion im Vorfeld von Frau Röck, die damit das Ziel verfolgte, demokratische Strukturen erlebbar zu machen und Politik auf Landesebene in das Bewusstsein junger Menschen zu rücken.

Ein Einstieg ins Parlament – ein gemeinsames Rollenspiel im Plenarsaal

Der erste Programmpunkt war ein Rollenspiel, das die Klassen der JGS gemeinsam mit drei Klassen einer gewerblichen Schule aus dem Hohenlohe-Kreis durchführten. Die Schülerinnen und Schüler nahmen dabei auf den Original-Sitzen der Abgeordneten Platz und bildeten so die jeweiligen „Fraktionen“ des Landtags nach. Eine besondere Ehre wurde einer Schülerin der JGS zuteil: Sie durfte auf dem Stuhl der Landtagspräsidentin Platz nehmen und die Wahl des Ministerpräsidenten leiten. Die Abstimmung erfolgte – anders als in der Realität – offen und für alle sichtbar. Zuvor hatte jede Schüler- „Fraktion“ einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Dieser Prozess machte deutlich, wie in parlamentarischen Gruppen Entscheidungen vorbereitet werden müssen und wie wichtig Abstimmung innerhalb einer Fraktion ist. Bevor gewählt wurde, erklärte die Leitung des Besucherprogramms zentrale Elemente des Plenarsaals: die Sitzordnung, die Bedeutung von Regierungs- und Oppositionsbänken sowie Unterschiede zu tatsächlichen Abläufen im Parlament – etwa der Hinweis, dass Wahlen normalerweise geheim erfolgen. So entstand ein anschaulicher Vergleich zwischen der Simulation und der Realität der Landtagsarbeit.

Politik im Gespräch – echte Fragen, echte Antworten

Im Anschluss trafen die Klassen drei Landtagsabgeordnete, die sich Zeit nahmen, die Fragen der Jugendlichen zu beantworten:

• Norbert Knopf (Grüne) 

• Katrin Steinhülb-Joos (SPD)

• Dennis Birnstock (FDP)

In einem offenen und wertschätzenden Austausch ging es um Themen, die die Schülerinnen und Schüler besonders interessierten:

• Wie gelingt gute Bildungspolitik?

• Was brauchen mittelständische Unternehmen, um in Baden-Württemberg stark zu bleiben?

• Welche Rolle spielt das Sondervermögen des Bundes, und wie beeinflusst es die Investitionen der Länder?

Die Politikerinnen und Politiker erklärten ihre Sichtweisen, sprachen über Herausforderungen im politischen Alltag und gaben persönliche Ratschläge: engagiert bleiben, kritisch denken, Neues ausprobieren und Verantwortung übernehmen. Der direkte Austausch zeigte den Jugendlichen, dass Politik nicht weit weg oder abstrakt ist – sondern aus Menschen besteht, die Entscheidungen treffen, Fragen beantworten und sich für ihre Themen einsetzen.

Wie die Schülerinnen und Schüler den Besuch erlebt haben

In der anschließenden Reflexion wurde deutlich: Der Besuch hat Eindruck hinterlassen. Viele betonten, wie anschaulich das Rollenspiel war, andere fanden den Austausch mit den Abgeordneten besonders spannend. Einig waren sich die meisten darin, dass mehr politische Bildung in der Schule wichtig wäre, um demokratische Werte zu stärken und besser zu verstehen, wie Entscheidungen zustande kommen.

Ein Blick nach vorne – eure Stimme zählt

Abschluss und Ausblick zugleich: Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Für viele aus den beiden Klassen könnte das die erste eigene Wahl sein.

Der Besuch im Landtag hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich einzubringen und die eigene Stimme ernst zu nehmen. Denn: Wählen zu gehen ist ein Recht – und zugleich eine Verantwortung, die unsere Demokratie träg.

Text: Alina Röck, Foto: Sandra Entenmann

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