Eine literarische Ausnahmeerscheinung wird ausgezeichnet

 

Der renommierte Tübinger Autor Joachim Zelter wird mit dem LiteraTour-Nord-Preis ausgezeichnet. Zelter nimmt die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung am 26. März persönlich in Hannover entgegen. Er reiht sich damit ein in eine äußerst illustre Schar von Preisträgern: Sebald, Genazino, Gernhardt und Hein haben ihn bereits erhalten, nun ist also Zelter an der Reihe.

Und das völlig zu Recht. Darin ist sich sogar die Literaturkritik wie selten nahezu einig. Die Jury verleiht den Preis für sein bisheriges Werk, insbesondere für den 2018 erschienenen Roman “Im Feld”. Sie attestiert dem Preisträger, er schreibe “präzise beobachtet, sprachlich treffsicher, humorvoll bis zur Satire, aber nie vernichtend.” All das mache ihn zu einem “zeitlosen Autor und zu einer literarischen Ausnahmeerscheinung im Literaturbetrieb.”

In der Tat: Der 56-jährige gebürtige Freiburger bedient in seinem Schaffen von jeher höchste Qualitätsansprüche. Nicht nur die Süddeutsche Zeitung ist voll des Lobes: Seine Meisterschaft liege darin, dass er Spannungsbögen und Pointen millimetergenau setzen könne und dass er stets im Komischen das typische Menschliche aufspüre. Die Badische Zeitung sieht in ihm einen, der “scharfe Intelligenz mit beachtlichem Unterhaltungswert” vereint. Und: Natürlich ist er auch ein “poeta doctus” im besten Sinne des Wortes, dessen “Gelehrsamkeit im grandiosen Talent des Erzählers “aufgehe (Esslinger Zeitung). Sogar die FAZ, die sich selbst gern als Maß der Dinge nimmt, feiert ihn anerkennend als “kokett und britisch, verspielt wie Jean Paul und geistreich wie Oscar Wilde.”

Und sonst? Joachim Zelter lehrte in den 90er-Jahren zunächst an den Universitäten Tübingen und Yale, bevor er 1997 dann freier Schriftsteller wurde, um sich ganz dem Schreiben von Romanen, Hörspielen und Theaterstücken zu widmen, die an zahlreichen deutschen Bühnen gespielt werden. Also ein Autor, der sich diesen Preis mit seiner hervorragenden Arbeit wirklich verdient hat. Es wird – da muss man kein Prophet sein – nicht sein letzter sein. Congratulations Joachim Zelter, keep the fire burning!

Text: A. Tennigkeit
Foto: Yvonne Berardi

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