Kein Wunder, dass Godot nicht kommt

Der irische Dramatiker Samuel Beckett hat das Drama “Warten auf Godot” im Original in französischer Sprache geschrieben: En attendant Godot. Die Landstreicher Wladimir und Estragon warten und warten auf einen, der dann doch nicht kommt:

Sowas ist nicht absurd und auch nicht tragisch, sondern albern und komisch zugleich. Der Autor selbst hielt Stan Laurel und Oliver Hardy für die Idealbesetzung, wobei Wladimirs schwarzer Anzug und die Melone auf dem Kopf wie eine Anlehnung an Charlie Chaplin wirken. Gina Thomas in der FAZ meint: Die beiden wirken „wie ein auf den Hund gekommenes Komikerpaar”, man könnte auch sagen wie zwei unfreiwillige Clowns.

Das jahrelange muntere Rätselraten in Teilen der Sekundärliteratur, was sich hinter dem Namen Godot verbergen könnte, konterte Beckett einst mit dem klugen Hinweis: “Wenn ich gewusst hätte, wer Godot ist, hätte ich das Stück nicht geschrieben.“

Zwei schräge Vögel warten auf einen, der kommen sollte, aber nicht kommt, obwohl er mehrfach angekündigt wird, die beiden schlagen die Zeit tot und machen nichts daraus. Kein Wunder, dass Godot nicht kommt.

Ein Beitrag von Hans G.

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