Satiren im 20. Jahrhundert

In der Literatur des 20. Jahrhunderts wird der satirische Roman von Autoren wie Aldous Huxley und George Orwell eingesetzt, um vor den Gefahren einer dystopischen Gesellschaft zu warnen. Schöne neue Welt, Farm der Tiere und 1984 werden zu Bestsellern, freilich, ohne den erhofften gesellschaftlichen Wandel in die Wege zu leiten:

Bereits in den 1920er-Jahren hatte Sinclair Lewis mit seinen satirischen Romanen zum amerikanischen Alltag dieser Zeit vorgelegt. 1930 wurde er zum ersten amerikanischen Schriftsteller, der den Literaturnobelpreis erhielt. Später dann kommt Joseph Hellers Catch 22: Dieser satirische Antikriegsroman erzählt vom Air Force Captain John Yossarian, der vergeblich versucht, jedem Kampfeinsatz aus dem Weg zu gehen und aus dem Militär entlassen zu werden. Hellers ablehnende Haltung zu Militär und Krieg wird sehr deutlich.

Und in Deutschland? Den ersten satirischen Roman nach dem 2. Weltkrieg legt Wolfgang Koeppen 1953 mit Das Treibhaus vor, vier Jahre später zieht Martin Walser mit Ehen in Philippsburg nach. In den 1980er-Jahren gelingt den Autoren Borlingshaus und Marquart zunächst mit dem Fortsetzungshörspiel Der Frauenarzt von Bischofsbrück und dann in Buchform eine vortreffliche Satire, in der sie die Machenschaften der Pharmaindustrie humorvoll aufs Korn nehmen und den trivialen Arztroman in überstilisierter Form genüsslich durch den Kakao ziehen.

 

 

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