Was ist jetzt mit Rosencrantz? Eine kleine Hommage an Tom Stoppard

Angefangen hat Tom Stoppard als Journalist und Theaterkritiker, sein Erstlingswerk “A Walk on the Water” wurde ein Achtungserfolg, mit “Rosencrantz and Guildenstern are dead” gelang ihm schon früh der große Durchbruch. Die witzige Komödie um zwei Nebenfiguren aus Shakespeares Tragödie “Hamlet” trifft 1968 genau den Zeitgeist und begeistert Publikum und Kritiker gleichermaßen. Die New York Times schreibt dazu: “This is a most remarkable play. Very funny, very clever, very chilling.”

Auch “Jumpers” und “Travesties” werden Riesenerfolge Anfang der 1970er-Jahre, Tom Stoppard spielt zusammen mit Osborne und Pinter nun ganz vorne in der 1. literarischen Liga in England. Das Strickmuster seiner Werke bleibt ähnlich: Alltags- und Bühnenrealität vermischen sich raffiniert, Situationskomik und intellektuell anregende Reflexionen wechseln sich munter ab, sehr zur Freude der enthusiasmierten Theaterbesucher vor allem in England, aber auch auf dem Kontinent.

Stoppard wendet sich jetzt auch entschlossen anderen Genres zu, schreibt Hörspiele und Fernsehspiele und macht sich einen Namen als exzellenter Drehbuchautor. Literarische Stoffe von Schnitzler und Nestroy bereitet zielgruppenadäquat für das Medium Film auf, ohne die literarische Vorlage zu verwässern. Das spricht sich herum in Fachkreisen.

1982 gelingt ihm mit dem Ehedrama “The Real Thing” auch als Dramatiker wieder ein großer Wurf. Gleiches gilt 1993 für das Stück “Arcadia”, das man als Auftakt zu seinem Spätwerk sehen kann. 1997 wird der zuvor schon mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttete Autor von der Queen in den Adelsstand erhoben.

Auch im 21. Jahrhundert bleibt er produktiv, wenngleich nicht mehr in der gleichen Breitenwirkung der früheren Jahre: 2002 erscheint “The Coast of Utopia”, 2006 “Rock’n Roll”, 2015 “The Hard Problem”. Heute mit 83 ist Sir Tom Stoppard der einzig noch lebende Autor aus der goldenen englischen Dramatiker-Generation mit Osborne, Pinter und Shaffer.

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