Comeback: Spiel mit den Ikonen der Kunst

Alte Meister sind en vogue, und nicht selten werden sie in unsicheren Zeiten wie diesen nostalgisch verklärt. Auch zeitgenössische Künstler beziehen sich in ihren Arbeiten häufig auf ihre Vorgänger, sie zitieren, deuten um und spielen mit den Ikonen ihrer Kunst.

Die bemerkenswerte Ausstellung “Comeback. Kunsthistorische Renaissancen” spürt diesem Trend nach und fächert eindrucksvoll die Vielfalt der Spielarten dieser Begegnungen auf.

Philip Akkerman ist ein Künstler, der sich ausschließlich mit dem Sujet Porträt beschäftigt. Vorbild für sein “Self-Portrait 1985 Nr. 39”  ist das “Selbstbildnis mit Barett vor römischer Landschaft” von Johann David Passavant aus dem Jahr 1818. Während bei Passavant im Hintergrund Kirche und Natur zu sehen sind, bleibt bei Akkermann der Hintergrund leer.

Slawomir Elsner bezieht sich in seinem Großwandbild “Die Freiheit führt das Volk” von 2019 auf ein Gemälde von Delacroix, das im Pariser Louvre hängt und leider in Tübingen nicht zu sehen ist.

Als Brexit-kritischen Beitrag will die in London lebende Berliner Künstlerin Liane Lang ihre Mixed-Media-Installation “We are all in this together” verstanden wissen, bei der sie Abdrücke von Gesichtern und Gliedmaßen von Menschen aus ihrem Bekanntenkreis dreidimensional zusammengefügt hat.

Anschauen und sich selbst ein Urteil bilden lohnt sich!

 

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