Fotograf Robert Frank stirbt mit 94 in Kanada – ein Nachruf

Zugegeben, an seinen Fotografien scheiden sich mitunter die Geister. Manchen sind sie zu wenig “emotional”, für andere hingegen sind sie das Maß der Dinge schlechthin.

Unbestritten ist, dass gebürtige Schweizer mit seinem Fotobuch “The Americans” die Ästhetik der Fotografie des 20. Jahrhunderts wesentlich verändert hat. Diese gerade mal 83 Fotografien, die es aus mehr als 28000 Fotos, die er auf einer ausgiebigen Amerikareise aufgenommen hat, die es in diesen bemerkenswerten Bildband geschafft haben, der ihm zum internationalen Durchbruch verhilft, haben es in sich. So hatte bis dahin keiner die amerikanischen Menschen gezeigt.

Subjektives, Sozialkritisches, Dokumentarisches und Poetisches verbinden sich in seiner Bildsprache zu einer eigenständigen Einheit. Auch als Dokumentarfilmer konnte er sich einen Namen machen, trug maßgeblich zum Genre des “independent film” bei, eher experimentell ausgerichtete Fotomontagen prägten später sein Werk. Vor allem in Erinnerung bleiben wird Robert Frank als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen “snapshot aesthetic”.

Jetzt ist Robert Frank, der seit langem auf der anderen Seite des Atlantiks lebte, im Alter von 94 Jahren im kanadischen Inverness gestorben. Seine Bilder – die werden bleiben.

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