Los geht’s auf dem neuen Literaturpfad

Die Unistadt Tübingen ist schon ein gutes Pflaster für die Literatur und Literaten, die hier seit Jahrhunderten ihren Spuren hinterlassen haben: Hölderlin, Uhland, Mörike, Hauff und Hesse haben hier gelebt und gewirkt, der Verleger Cotta baute hier sein Verlagsimperium auf und die beiden Tübingerinnen Isolde Kurz und Ottilie Wildermuth gehörten einst zu den meistgelesenen Autorinnen ihrer Zeit.

Nach Uhland und Wildermuth sind bis heute Tübinger Gymnasien benannt, und mit dem neuangelegten Literaturpfad kann man das literarische Erbe der Unistadt jetzt locker per pedes explorieren. Das macht nicht nur Spaß, es bildet!

40 literarische Locations sind ausgewählt und mit einer Plakette versehen worden, dazu gibt es das Begleitbüchlein von Florian Mittelhammer und Dagmar Waizenegger “Tübinger Literaturpfad” als Wegweiser. Schön ist, dass hier die einzelnen Stationen des Literaturpfads nicht nur aufzeigt und erklärt werden, sondern dass es auch Gedichte, Prosatexte und Zitate zu den jeweiligen Schriftstellern bietet.

Auf eine festgelegte Route hat man bewusst verzichtet, der Begleitband will dazu anregen, eigene Wege durch die Literaturstadt zu entdecken und zu begehen. Er will nur animieren und Lust auf eigene Spurensuche machen – ein sehr zeitgemäßes Konzept, finde ich.

Bis heute hat Tübingen nichts von seinem Markenkern “Literaturstadt” verloren. Renommierte zeitgenössische Autoren wie Joachim Zelter oder Marcus Hammerschmidt leben und arbeiten seit vielen Jahren hier. Von Letzterem, der sich auf anspruchsvolle Science-Fiction-Romane spezialisiert hat, stammt auch das Nachwort zu diesem Büchlein. Und: Hermann Bausinger, der Grandseigneur unter den Empirischen Kulturwissenschaftlern, hat die Einführung verfasst und versucht darin, ein verbindendes Element in der Tübinger Literaturgeschichte herauszuarbeiten. Lesenswert und begehenswert!

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