jgs-Ausflugstipp: Was man aus Farben alles herauskitzeln kann.

jgs-Ausflugstipp: Was man als Maler aus Farben alles herauskitzeln kann, zeigt jetzt die sehenswerte Ausstellung “Hans Purrmann. Kolorist der Moderne” in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn. Und vielleicht das Beste: Der Eintritt für Schüler und Schülerinnen mit Ausweis ist frei. Was für den nächsten Klassenausflug?

Das Licht dieser Welt erblickt Hans Purrmann 1880 in Speyer. Er besucht die Kunstgewerbeschule Karlsruhe und studiert an der Akademie der Bildenden Künste in München. Den letzten Schliff holt er sich jedoch ab 1906 in Paris bei Henry Matisse, mit dem er auch gut befreundet ist.

Im Dialog mit Matisse findet Purrmann zu seinem eigenen Stil. Am eindrucksvollsten in seinem opulenten Oeuvre von mehr als 3000 Arbeiten sind wohl die mediterran anmutenden farbenprächtigen Landschaftsbilder, von denen manche jetzt auch in Heilbronn zu sehen sind.

Purrmann heiratet und lebt mit seiner Frau Mathilde, die auch Malerin ist, in Paris, dem künstlerischen Zentrum Europas zu jener Zeit, bis er wie viele andere dort lebende deutsche Künstler die Stadt nach dem Ausbruch des ersten Weltkriegs verlassen muss. Die Purrmanns kommen zunächst in Beilstein im Landkreis Heilbronn unter und ziehen dann nach Berlin, die Sommer verbringen sie häufig in Langenargen am Bodensee.

1935 muss Purrmann fliehen, nachdem er bemerkt hat, dass er überwacht wird und seine Kunst als entartet eingestuft wird: Aufgrund guter Kontakte kann er die Leitung der Villa Romana in Florenz übernehmen, die er zu einem Künstlertreff ausbaut.

Als Italien 1943 von den Deutschen besetzt wird, flieht Purrmann mit seiner Frau in die Schweiz. Sie stirbt bald darauf in Castagnola im Tessin, er findet in Montagnola eine neue Heimat, freundet sich mit Hermann Hesse, der im gleichen Ort lebt, an und lernt seine neue Lebensgefährtin Maria kennen.

Nach Deutschland kehrt erstmals 1950 zurück, und das auch nur vorübergehend. 1966 stirbt er im Alter von 86 Jahren in Langenargen.

Die Ausstellung ist bis 9. Februar zu sehen. Anschauen lohnt sich!

Bild: Landschaft mit Pinien, 1957, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
Foto: Hans Purrmann Archiv, München, © VG Bild-Kunst, Bonn

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