Litera-Tour: Spurensuche William Wordsworth

“Litera-Tour”, das ist hier und jetzt durchaus wörtlich zu nehmen, denn in der kleinen neuen Serie “Litera-Tour” geht es darum, Appetit zu machen, Euch auf literarische Spurensuche an Locations, an denen es auch heute noch etwas zu sehen gibt, zu begeben. Man könnte auch sagen: Wir geben Euch Tipps für feine Reisen auf literarischen Spuren.

Heute starten wir mit dem englischen Romantiker William Wordsworth (1770-1850), dessen Name eng mit dem nordenglischen Lake District verknüpft ist, weil er hier den weitaus größten Teils seines Lebens verbracht hat.

Welche Spuren von WW sind heute noch zu sehen?

01 WWs Geburtshaus steht im englischen Kleinstädtchen Cockermouth im Lake District, und heute ist ein sehenswertes Wordsworth-Museum darin untergebracht, das einen hervorragenden Einblick gibt in die Kindheit des Poeten, der früh Mutter und Vater verlor und danach lange auch von seiner Schwester Dorothy getrennt leben musste.

02 Besuchen kann man auch Dove Cottage im unweit gelegenen Grasmere, ein kleines Haus im Stil der damaligen Zeit, in dem WW mit Dorothy und seiner Frau Mary von 1799 bis 1808 lebte. Das Ehepaar bekam 5 Kinder, von denen zwei früh starben. WW hatte aber auch noch eine Tochter aus einer Beziehung mit einer Französin. Auch das Grab von WW, seiner Frau Mary und seiner Schwester Dorothy befindet sich auf dem Friedhof in Grasmere.

03 Das berühmteste Gedicht aus seiner Feder heißt “Daffodils”, also Osterglocken. Ganz sicher weiß man es nicht, aber es gilt als wahrscheinlich, dass ihn ein weites Feld mit Osterglocken am Ufer von Ullswater zu diesem Gedicht inspiriert hat. Wenn man heute mit dem Schiff über Ullswater fährt, kann man die Stelle, wo das gewesen sein könnte, ziemlich gut lokalisieren.

04 In seinem literarischen Hauptwerk “The Prelude” spielt die Besteigung des höchsten walisischen Bergs, des Mount Snowdon, eine wesentliche Rolle. Wir haben den Mount Snowdon mit einer Kleinbahn erklommen, sind – wie er damals – ganz oben auf 1085 Meter im Nebel angekommen und zum Abstieg gestartet und haben wie er, als die Nebelsuppe langsam nachließ, fantastische Ausblicke auf die traumhafte Landschaft genießen können. Ein absolutes Muss für jeden Wales-Reisenden, finde ich.

05 WW war auch in Deutschland. Nicht oft und nicht lange, aber es gilt als sicher, dass er mit den Arbeiten zu “The Prelude” im niedersächsischen Goslar am Fuße des Harz begonnen hat.

06 Studiert hat der “Lake Poet” im schönen Unistädtchen Cambridge von 1787 bis 1791 und dort im St John’s College, das es auch heute noch gibt, gewohnt, gelebt und gearbeitet.

07 Erstmals Vater wurde er 1792 auf einer Auslandsreise im französischen Orleans. Seine Tochter Caroline sah er erstmals 1802 – zusammen mit ihrer Mutter Annette Vallon in Calais. Es blieb – soweit man weiß – bei dieser einmaligen Begegnung.

08 Die letzten Lebensjahrzehnte ab 1813 verbrachte WW mit seiner Familie in Rydal Mount, wo er 1850 dann auch starb. Auch dieses Wohnhaus kann heute noch besucht und besichtigt werden.

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