Nachgehakt: Was macht eigentlich Hölderlin?

Ich meine natürlich nicht den Dichter, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr so ausgiebig wie ganz wenig Anderes gefeiert wurde. Wir erinnern uns: Es geht um die 250 Hölderlin-Skulpturen, die der Konzeptkünstler Ottmar Hörl im Oktober in Tübingen aufgestellt hat. Jede Figur gerade mal 66 cm Zentimeter hoch, grün, golden, schwarz oder blau, mit einem Buch in der Hand einträchtig nebeneinander auf der Treppe vor der Stiftskirche und auf der Neckarwand sitzend.

Nach der Kunstaktion konnte man die Figuren für 300 Euro pro Stück käuflich erwerben. Von den Exponaten seien alle “bis auf 15 goldene und 7 blaue Figuren verkauft worden”, so Bernhard Feil, Kurator und Geschäftsführer der Galerie Art28, der die Aktion zusammen mit der Stadt Tübingen ins Leben gerufen hat. Und auch von den 300 signierten Exemplaren, die nicht bei Wind und Wetter draußen standen, seien nur noch 25 übrig.

Allerdings sind auch 20 Figuren über Nacht geklaut worden, “im Schnitt also zwei Stück pro Nacht” bei der zehntägigen Aktion, räumt Feil ein. Der aufmerksame Leser dieser Zeilen merkt sofort: Sollte ihm gerade jetzt zwischen den Jahren irgendwo mal günstig eine Hölderlinskulptur zum Kauf angeboten werden, ist man gut beraten, sich deren Herkunft genau belegen zu lassen, oder?

Ein Einwurf von Hans G.

Hans G. ist ein fiktiver Nachkomme unseres Schulnamensgebers Johannes Gutenberg. Er lebt im 21. Jahrhundert und macht sich – wie Ihr wahrscheinlich auch – immer wieder so meine Gedanken zu diesem und jenem Thema. In  “My View – Kolumne von Hans G.” geht es nicht darum, die großen Fragen der Menschheit zu bedenken oder gar zu klären, hier dreht sich alles um die kleinen Dinge, die man mitunter am Wegrand findet und vielleicht auch mal aufgabelt, um sie mit anderen Menschen zu teilen.

Eins ist dabei freilich wichtig: meinungsstark, unterhaltsam und subjektiv soll es sein.

 

 

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