Pures Lesevergnügen: zwei coole jgs-Weihnachtslesetipps

Markus Orths erzählt das lange Leben des Künstlers Max Ernst, der fast 95 Jahre alt wurde, aus der Sicht seiner großen Lieben. “Sechs Frauen, sechs Lieben, ein Jahrhundert“ steht programmatisch auf dem Cover. Das sind seine erste Frau Lou, dann Gala, Marie-Berth, Leonora, Peggy und Dorothea, mit der Max bis zu seinem Tod heiratet blieb.

Das sind freilich ganz unterschiedliche Charaktere mit einem spezifischen Blick auf die Dinge – und genau das macht den Reiz dieser Konzeption aus. Anja Beisiegel von literaturkritik.de: “Markus Orths gelingt es, die sechs Frauen in ihrer Einzigartigkeit und Unabhängigkeit darzustellen, ohne dabei Max Ernst – als Bezugspunkt – aus dem Auge zu verlieren. Das Konstrukt des Romans als Leben in sechs Lieben geht auf.” Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.

Die Handlungsstruktur spannt sich dabei über ein weites geografisches Netz: von Köln nach Paris, von New York nach Sedona in Arizona und schließlich zurück in die Stadt an der Seine, die Wahlheimat von Max Ernst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine Künstlerbiografie der Extraklasse.

Und was sagen die anderen dazu?

Silvia Feist ist begeistert von dem Roman: “Ein toll recherchierter biografischer Roman, der vor Aufbruchstimmung, Lebensgier, Sex, Liebe und, ja, Wahnsinn strotzt – und das alles vor dem Hintergrund des 1. und 2. Weltkriegs.” Auch die SZ zeigt sich angetan: Orths gelinge es, “ein Panorama einer Kunstszene im Aufbruch zu zeichnen.”

Und Lob gibt’s auch von Jörg Schiecke in MDR Kultur: “Ein echtes Lesevergnügen: vielfarbig, kunstgeschichtlich versiert und doch fantasievoll weitergesponnen. Ein wunderbarer Roman.”

Gudrun Braunsperger attestiert Markus Orths, dass es ihm gelinge, “was herkömmliche historische Romane im Stil von Lion Feuchtwanger oder Stefan Zweig ausgezeichnet hat: In den Geist einer vergangenen Epoche hineinzuschlüpfen, ohne Fußnoten und Belege zu bemühen, was eine unverstellte Rezeption atmosphärisch möglich macht.”

Genug der Worte, wer Zeit und Lust hast, sollte diesen Roman selbst in den Weihnachtsferien lesen oder jemand zu Weihnachten schenken!

Mal wieder Lust auf ein englischsprachiges Taschenbuch, das sich gut, leicht und locker lesen lässt?

Der Roman “The Imperfectionists” (deutscher Titel: Die Unperfekten) von Tom Rachmann, einem gebürtigen Londoner, der im kanadischen Vancouver aufgewachsen ist und selbst als Auslandskorrespondent für die Nachrichtenagentur AP in Rom gearbeitet hat, ist ein solches Buch.

11 Zeitungsleute, darunter 9 Journalisten, die in Rom arbeiten, ein Verleger und eine Leserin erzählen aus ihrer Perspektive von Freud und Leid dieses Jobs, den sie lieben und der sie stresst, jede und jeder hat eine Geschichte zu erzählen und in der Tiefenstruktur des Romans sind schließlich alle Stories miteinander verknüpft.

Das hat was: Selten hat ein Insider seiner Berufsgruppe so geschickt auf die Finger geschaut und gleichermaßen kritisch wie unterhaltsam einen lesenwerten Roman daraus gemacht. Ideal für genussvolle Schmökerstunden in den Weihnachtsferien auf Sofa oder Couch.

Und was sagen die anderen dazu?

“Beautifully written, so compassionate in its observation and understanding of human behaviour” (The Times)

“A precise, playful fiction with a deep but lightly worn intelligence” (Times Literary Supplement)

“Funny, occasionally breathtaking novel” (Financial Times)

Viel Spaß beim Lesen!

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