Mit Ausprobieren und Entdecken in den Berufsalltag hineinschnuppern

Auch in diesem Jahr geben sich einige Betriebe trotz Corona große Mühe, den Schülerinnen und Schülern der einjährigen Berufsfachschule Mediengestaltung (1BFD) einen guten Überblick über die typischen Aufgaben und Tätigkeiten im Beruf zu vermitteln.

Während der Schulzeit ist ein sogenanntes berufsorientiertes Praktikum Pflicht für Vollzeitschüler/-innen. Spezifische Fachkenntnisse oder Erfahrungen werden hier nicht vorausgesetzt, um einmal ganz unverbindlich in den Berufsalltag hineinzuschnuppern und erste praktische berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Einer der wichtigsten Gründe für ein Betriebspraktikum ist die berufliche Orientierung und das Sammeln von neuen Erfahrungen in der Arbeitswelt. Die jungen Menschen reifen in ihrer Persönlichkeit und profitieren somit auf ganz unterschiedlichen Ebenen.

Besonderes Engagement kann sich übrigens gleich doppelt auszahlen, betonen die betreuenden Lehrer Wolfgang Aust und Rolf Guggolz. So hat schon manch einer in den vergangenen Jahren durch das Praktikum seinen zukünftigen Ausbildungsbetrieb kennengelernt.

Welche Erfahrungen haben die Schülerinnen und Schüler der einjährigen Berufsfachschule Mediengestaltung (1BFD) gesammelt:

Das zweiwöchige Schülerpraktikum absolvierte ich bei der Firma Offizin Scheufele in Stuttgart-Degerloch. Ich durchlief verschiedene Abteilungen und erhielt interessante Einblicke in die dortige Arbeitswelt von Mediengestalter und Drucktechnologen. Überwiegend wurde ich in der Druckvorstufe mit der Bildbearbeitung und der Gestaltung von persönlichen Drucksachen betraut. Die Digitaldruck-Technologie hatte es mir besonders angetan. Die Einblicke in der CTP Druckplatten-Bereitstellung der digitalen Plattenbelichtung rundete dieses Praktikum ab. Durch diese unterschiedlichsten Tätigkeiten empfand ich meine zwei Wochen als sehr abwechslungsreich und informativ. Meine zuvor an der Johannes-Gutenberg-Schule erworbenen Kenntnisse konnte ich hervorragend einbringen. Mein Fazit: ich kann jedem ein Praktikum empfehlen, um das in der Schule Gelernte im Arbeitsalltag anzuwenden.

Colin P.

Mein Praktikum absolvierte ich bei RTS Rieger Team, einer Werbeagentur in Musberg bei Leinfelden-Echterdingen. Dort konnte ich viele Erkenntnisse über die Arbeitsweise einer Agentur gewinnen. Sehr gut gefiel mir, dass ich reale Kundenaufträge zugeteilt bekam. In den zwei Wochen habe ich menschlich und fachlich viel erlebt, worüber ich dankbar bin, meine Erwartungen wurden erfüllt. Jedoch sind zwei Wochen zu kurz, um alle Bereiche kennenzulernen. Praktikas finde ich sehr lehrreich und sinnvoll. So kann man schnell abschätzen, ob dieser Beruf einem liegt und langfristig Freude bereitet. Daher mein Tipp, macht ein Praktikum um Neues zu erfahren und um euren Traumjob zu finden.

Emili K.

Ich war beeindruckt während der Praktikumszeit, wie viele Aufgaben auf einmal in der Agentur erledigt werden müssen. Trotz all dem Stress hatte ich den Eindruck, dass die Kollegen immer sehr gerne meine Arbeiten besprachen und mir jederzeit weiterhalfen. Das Arbeitsklima dieser Agentur hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich deshalb dort sehr wohl gefühlt. Die Tätigkeit in den Projekten hat mir gefallen und ich konnte das bisherige schulische Wissen gut anwenden. Die Firma kannte ich schon aus einem vorherigen Paktikum. Jedoch war ich jetzt erst durch die Berufsfachschule Medien der JGS gut für die praktische Tätigkeit gerüstet. Das Schülerpraktikum war für mich eine positive Erfahrung, sowohl menschlich als auch fachlich zu erleben, wie es in einer Agentur so läuft.

Hannes T.

Mein zweiwöchiges Praktikum habe ich im Familienunternehmen Heinerich GmbH, einer Wellpappen-Direktdruckerei mit Sitz in Pfleidelsheim, absolviert. Dort erhielt ich Einblicke in den Berufsalltag des Mediengestalters. Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie die unterschiedlichen Druckformen für die Verpackungen produziert werden. Aber auch, welche Arbeitsschritte benötigt werden. Durch die netten Mitarbeiter, gute Betreuung und angenehme Arbeitsatmosphäre habe ich mich während des Praktikums sehr wohl gefühlt. Die Mediengestalter beschäftigen sich mit der Prüfung von gelieferten Druckdaten sowie mit der technischen Aufbereitung für den Wellpappendirektdruck, weshalb man vor allem gutes technisches Verständnis mitbringen sollte. Die Aufgaben des Mediengestalters bei der Heinerich GmbH sind nicht mit den Aufgaben in einer klassischen Werbeagentur, bei der die Kreativität im Vordergrund steht, vergleichbar. Die gestalterischen Aufgaben haben mir deshalb etwas gefehlt. Das Schülerpraktikum bot mir die Chance mich zu orientieren und den Umgang mit Kollegen im Berufsfeld zu erlernen. Generell finde ich es sehr sinnvoll, Praktika durchzuführen, da man dadurch herausfinden kann, ob einem der angestrebte Beruf wirklich gefällt.

Jannik B.

Die Praktikumszeit hat mir geholfen den Beruf besser zu verstehen und einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt eines Mediengestalters zu bekommen. Aufgrund Corona konnte ich mein Praktikum nicht vor Ort in der Firma ableisten. Alles hat reibungslos online funktioniert, der persönliche Kontakt hat mir aber gefehlt. Ich finde ein Schülerpraktikum ideal, da es mir den Einblick in den Arbeitsalltag näher­gebracht hat und somit kann ich dies nur jedem empfehlen.

Luca W.

In der Agentur komFOUR in Ostfildern absolvierte ich mein Schülerpraktikum. Ich durfte von Anfang an mit dem Kollegenteam an realen Projekten mitarbeiten und das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Auch der familiäre Umgang miteinander kam mir sehr entgegen. Der Mensch ist nicht nur Arbeitskraft, sondern wertvoller und wertgeschätzter Teil eines Teams. Kreative Aufgabenstellungen, bei denen ich selbst Dinge entwerfen konnte, haben mir besonders gefallen. Coronabedingt musste das Praktikum im Homeoffice virtuell über Teams stattfinden. Auch die Mitarbeiter arbeiten zeitweise im Homeoffice. Die anfänglichen Probleme mit dem Datenzugriff waren schnell behoben. Schade, dass ich durch die Homeoffice Situation nicht an allen Projekten teilnehmen konnte, da ich auf den firmen­internen Grafikspeicher und auf einige Lizenzen nicht zugreifen konnte. Ein Praktikum vor Ort in der Firma wäre mein Wunsch. Schülerpraktika finde ich generell sehr gut. Man sammelt nicht nur neues Wissen, sondern lernt auch den Arbeitsalltag einer Agentur besser kennen. Man kann hierbei auch gut in Erfahrung bringen, ob diese Branche etwas für einen persönlich ist. Des Weiteren kann man bereits Kontakte mit späteren, möglichen Arbeitgebern knüpfen und nebenbei auch für sich selbst werben.

Tanja B.


Beitrag: Wolfgang Aust

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